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Abschlussbericht des Projektes "Qualitätsverbesserung auf der Ebene des Care Managements"
1. Ausgangslage: Interdisziplinarität im GesundheitswesenDie zunehmende Vielfalt und Vielzahl der bestehenden sozial- und gesundheitsspezifischen Dienstleistungsangebote legt nahe, dass eine interdisziplinäre, d.h. eine berufs- wie einrichtungsübergreifende Zusammenarbeit erforderlich ist. Eine Vernetzung von Dienstleistungsangeboten dient, neben ökonomischen Aspekten, vorrangig dem Ziel, gemeinsam eine aufeinander abgestimmte und damit qualitativ hochwertige Versorgung anzubieten. [nach oben] 2. Das Oldenburger ModellprojektDas in der Region Oldenburg angesiedelte Modellprojekt "Qualitätsverbesserung auf der Ebene des Care Managements" fand seinen Beginn in der Initiative motivierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterschiedlicher Berufsgruppen und Institutionen, die sich zum Ziel gesetzt hatten, die ambulante und ambulantstationäre Zusammenarbeit zu verbessern. [nach oben] 3. Ergebnisse des ModellprojektesDie im Projekt entwickelten Ergebnisse lassen sich in ,sichtbare' und ,unsichtbare' Ergebnisse unterteilen. Die sichtbaren Ergebnisse umfassen Strukturen und Instrumente als Vorschläge zur Verbesserung interdisziplinärer Zusammenarbeit. Die unsichtbaren Ergebnisse beziehen sich auf Veränderungen in der Kommunikationskultur. [nach oben] 3.1 Interdisziplinäre QualitätsentwicklungIm Rahmen des Projektes ist ein Konzept zum Aufbau einer Informations-, Beratungs- und Koordinationsstelle für Patienten und Patientinnen, Angehörige sowie professionell im Gesundheitswesen Tätige - kurz: Servicestelle - entwickelt worden. Dieses Konzept konnte - vor allem aus finanziellen Gründen - noch nicht gänzlich umgesetzt werden. Das Konzept gab aber den Anstoß für die Gründung eines Vereins zur Förderung interdisziplinärer Zusammenarbeit mit dem Namen "Versorgungsnetz Gesundheit", an den verschiedene Einzelprojekte angebunden werden sollen. Als erstes Projekt hat das in der Trägerschaft der Oldenburger Krankenhäuser liegende "Überleitungsprojekt" seine Arbeit begonnen. [nach oben] 3.1.1 Ein interdisziplinärer VereinDer berufs- wie einrichtungsübergreifende Verein "Versorgungsnetz Gesundheit - Verein zur Förderung interdisziplinärer Zusammenarbeit im Gesundheitswesen" ist am 13. Februar 2002 in Oldenburg gegründet worden. Unter dem Motto "Qualität durch Vernetzung" wird mit dem Verein insbesondere eine Qualitätsverbesserung auf der Ebene interdisziplinärer Zusammenarbeit angestrebt. Damit einher geht das Ziel, Versorgungsqualität, Patientenzufriedenheit sowie Arbeitszufriedenheit der professionell im Gesundheitswesen Tätigen zu steigern. [nach oben] 3.1.2 Das Überleitungsprojekt der Oldenburger KrankenhäuserAls erstes Projekt startete im März diesen Jahres in Oldenburg das sog. Überleitungsprojekt, mit dem eine nahtlose Versorgung von Patienten und Patientinnen über Berufs- und Institutionsgrenzen hinweg erreicht werden soll. Bemerkenswert ist bereits, dass die drei Oldenburger Krankenhäuser gemeinsam die Trägerschaft für dieses Projekt übernommen haben. [nach oben] 3.2 www.Versorgungsnetz-Gesundheit.deDer im Rahmen des Projektes entwickelte internetgestützte Informationsdienst soll einen Überblick über das regionale Dienstleistungsangebot im Sozial- und Gesundheitswesen geben, über aktuelle Themen informieren sowie perspektivisch als Forum für Stellenangebote und Stellengesuche dienen. [nach oben] 3.3 ProzessdokumentationDie Ebene der Prozessdokumentation umfasst die Entwicklung verschiedener interdisziplinärer Versorgungsketten, einer interdisziplinären Checkliste, eines Informationsblattes für Patienten, Patientinnen und Angehörige sowie Ansätze für ein Erprobungsschema zur Implementierung der Versorgungsketten. [nach oben] 3.4 Vom Projekt in die RegionIm Mittelpunkt des Oldenburger Projektes stand ein interdisziplinärer Arbeitskreis. Zentral für das Projekt war damit ein exemplarisches Vorgehen. Gemäß der Orientierung am Ansatz des Care Managements, durch den eine strukturelle Verbesserung der Versorgung in einer Region erzielt werden soll, wurde das exemplarische Vorgehen mit Maßnahmen der Multiplikation verknüpft. Um Interesse und Akzeptanz für das Projekt sowie die Projektergebnisse zu gewinnen, sind deshalb - neben zahlreichen Informationsgesprächen - regionale Präsentationsveranstaltungen, Vorträge sowie interdisziplinäre Fortbildungen und Tagungen durchgeführt worden. Essentiell war darüber hinaus, dass die Projektmitglieder wichtige Multiplikationsfunktionen in der Region übernommen haben. [nach oben] 4. Erfahrungen aus der ProjektarbeitIm Anschluss an die Entwicklung von Strukturen und Instrumenten als Vorschläge zur Verbesserung interdisziplinärer Zusammenarbeit ist eine Evaluation zum Vorgehen im Projekt durchgeführt worden. Befragt wurden zum einen alle Arbeitskreismitglieder, zum anderen weitere, nicht ,direkt' am Projekt beteiligte Personen, die im regionalen Gesundheitswesen tätig sind. Mit Hilfe der Befragungen sind vielfältige Erfahrungen und Eindrücke zu der zurückliegenden Projektarbeit sowie zu den Projektergebnissen erfasst worden. Ziel der Befragungen war es, Erkenntnisse zur Modifikation und Erweiterung des Projektansatzes zu gewinnen. Diese Erkenntnisse dienen zum einen der Verbesserung des Projektansatzes vor einer möglichen Implementierung in weiteren Regionen und zum anderen der Formulierung von Anregungen für die Fortsetzung der in der Modellregion begonnenen Arbeit. Die Erkenntnisse zur Modifikation und Erweiterung des Projektansatzes stellen ein weiteres Ergebnis des Oldenburger Modellprojektes dar. [nach oben] 5. Perspektiven für interdisziplinäre ProjekteDie im vorhergehenden Kapitel dargelegte Evaluation zum Vorgehen im Projekt hat wertvolle Erkenntnisse zur Modifikation und Erweiterung des Projektansatzes geliefert. Darauf aufbauend ist ein Projektleitfaden (siehe unten) entwickelt worden, der als Orientierungshilfe bei der Durchführung interdisziplinärer Projekte genutzt werden kann. Der Leitfaden wird ergänzt durch die Vorstellung von Einzelmodulen, die, auch ohne Durchführung eines komplexen Care Management-Projektes, der Förderung interdisziplinärer Zusammenarbeit im ambulanten und ambulant-stationären Gesundheitswesen dienen. [nach oben]
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