Preisträger der Qualitätsinitiative e.V. - So geht es weiter!

 

Interviews mit den Preisträgern der letzten Jahre zum jetzigen Stand und der Weiterentwicklung der Gewinnerprojekte. Lesen Sie selbst!

   

 

Preisträger 2008 - Palliativzentrum des Evangelischen Krankenhauses Oldenburg

(Interview mit Dr. med. Michael Schwarz-Eywill)

Was hat der Preis der Qualitätsinitiative (damals) bewirkt?

Der Preis war eine wichtige Bestätigung und Anerkennung unserer Arbeit, und zwar besonders für die beteiligten Mitarbeiter: alle bleiben weiter am Thema und sind noch motivierter in der Umsetzung. Wichtig war dabei, dass alle Berufsgruppen eine Wertschätzung dadurch erfahren haben, dass die Arbeit von extern begutachtet und durch die Preisverleihung als hervorragend ausgezeichnet wurde.

Wo stehen Sie mit dem ausgezeichneten Vorhaben jetzt?

Trotz des noch eher kurzen Zeitintervalls seit der Verleihung haben wir das Projekt weiter entwickelt: auf einer Skala von 0 bis 10 standen wir bei der Preisvergabe bei 6-7, jetzt bereits bei 8 analog zu den selbstgesteckten Zielen.

Wie geht es damit weiter?

Wir möchten noch mehr Bereiche im Krankenhaus einbeziehen und streben 100% im Rahmen eines 3-Jahres-Planes an. Insbesondere wollen wir die interne Qualitätssicherung verbessern, wir wollen messen, was wir tun. Die Idee der optimalen palliativmedizinischen Patientenversorgung wollen wir auch weiter verbreiten und mehr publizieren! Dazu ist der Vortrag auf der GQMG-Jahrestagung 2009 in Dresden eine Gelegenheit.


 

Preisträger 2006 - Schüchtermann-Schiller`sche-Klinik Bad Rothenfelde für Projekt "Moderne Arbeitsteilung im Krankenhaus"

(Interview mit Andreas Lissberg)

Was hat der Preis der Qualitätsinitiative (damals) bewirkt?

Er war eine wichtige Bestätigung langjähriger, erfolgreicher Vorarbeiten zur Gestaltung neuer Berufsbilder und neuer Formen teamorientierter Zusammenarbeit; insbesondere wirkte er hausintern als wesentlicher Schub in Richtung Mitarbeitermotivation.

Wo stehen Sie mit dem ausgezeichneten Vorhaben jetzt?

Bei den Chirurgie-Assistenten praktisch beim status quo: hier wurden - aufgrund fehlenden Bedarfs - keine weiteren ausgebildet. Hingegen wurden drei weitere Arzt-Assistenten ausgebildet. Auf der Intensivstation wird demnächst ebenfalls eine Arzt-Assistentin eingesetzt und die Ärzte entsprechend entlasten. Es gab eine Reihe von interessierten Anfragen aus anderen Krankenhäusern, insbesondere wurden leitende Mitarbeiter der Schüchtermann-Klinik häufig zu Vorträgen und Erfahrungsberichten eingeladen.

Wie geht es damit weiter?

Wie bisher - mit dem Konzept der Assistenz-Berufe haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht, bekommen auch sehr positive Rückmeldungen von den Patienten. Also bleiben wir derzeit bei dieser Lösung!


 

Preisträger 2005 - Joint Care® Programm

(Interview mit Dr. med. A. den Hertog)

Was hat der Preis der Qualitätsinitiative (damals) bewirkt?

Der Preis hat die Idee der Fast Track-Chirurgie in der Orthopädie gestärkt, die damit eine breitere Öffentlichkeit erreicht hat. Intern wurde er von allen Teammitgliedern als wertvolle Belohnung für die Anstrengung beim Aufbau der neuen Versorgungsabläufe gesehen.

Wo stehen Sie mit dem ausgezeichneten Vorhaben jetzt?

Inzwischen werden alle Patienten bei der endoprothetischen Versorgung nach diesem Konzept behandelt, also eine Verdoppelung von damals rund 50% auf jetzt 100%. Erste Ergebnisse einer randomisierten Studie (konventionelle versus neu entwickelte Fast Track-Strategie = "alt gegen neu") liegen vor, die zeigen: die Patienten sind nach 7 Tagen genauso fit wie früher nach 3 Wochen! Und: die nunmehr etablierte Vorgehensweise hat auch Auswirkungen auf andere Behandlungsgruppen, wie z.B. der Wirbelsäulen-Chirurgie, die vergleichbar standardisiert werden.

Wie geht es damit weiter?

Wir sind im Rahmen einer internationalen Arbeitsgruppe dabei, das Verfahren noch weiter zu verbessern. Dazu gehört u.a. die Frage: was muss man tun, um die Verweildauer noch weiter zu reduzieren, z.B. von 7 auf 3 Tage. Und: die Idee soll deutschlandweit verbreitet werden; inzwischen gibt es 7 Kliniken bundesweit, die das ausgezeichnete Fast Track-Verfahren in der Endoprothetik anwenden.

Mehr Informationen unter www.denhertog.de


 

Preisträger 2004 - ProDem

(Interview mit Dr. Eberhard Hesse)

Was hat der Preis der Qualitätsinitiative (damals) bewirkt?

Der Preis hat uns natürlich mit Stolz erfüllt, und die Gruppe der Mitwirkenden ist durch diese Bestärkung näher zusammengerückt. Es war damals ein Stimulanz, auf dem eingeschlagenen Weg weiterzumachen. Es gab auch eine erhebliche Öffentlichkeitswirkung: wir haben auf einem großen Symposium im Oktober 2007 („Thementage Demenz“, Veranstalter das Klinikum und die Stadt Oldenburg ) in Oldenburg unser Projekt vorgestellt und in der dortigen Region, die bei der Betreuung von Demenzkranken und ihren Angehörigen noch nicht so gut versorgt war, eine Menge an Aktivitäten bewirkt. Daraus wiederum hat sich ein Kontakt zur Fachhochschule in Emden ergeben, wo wir ebenfalls zum Vortrag eingeladen wurden und auf sehr positive Resonanz und viel Interesse gestoßen sind. Ferner darf man nicht vergessen: seinerzeit war die mit dem Preis verbundene Summe von 5.000,- Euro eine Menge Geld! Dies gab uns die Möglichkeit, einen Trägerverein zu gründen, dessen Haushalt inzwischen (mit 600.000,- Euro – pro Jahr ) ein Vielfaches beträgt, aber das Preisgeld bildete damals die Ausgangsbasis.

Wo stehen Sie mit dem ausgezeichneten Vorhaben jetzt?

Das Projekt wird stetig fortentwickelt - dabei gibt es Erfolge, aber auch Misserfolge zu verzeichnen. Inzwischen haben wir die Beratungsstelle in ein Mehrgenerationenhaus integriert und die Aktivitäten mit der Seniorenarbeit verknüpft. Es gibt derzeit 13 Betreuungsgruppen mit Demenzerkrankten und zwei Angehörigengruppen - ein großer Erfolg. Jedoch: dadurch war das Mehrgenerationenhaus quasi als „krank“ etikettiert - und das war ein unerwünschter Nebeneffekt. So haben sind wir jetzt mit den Gruppen in ein gegenüberliegendes Haus umgezogen. Ein weiterer Erfolg: seit drei Jahren gibt es eine Kindertagesstätte im Mehrgenerationenhaus, zweimal pro Woche essen Erkrankte mit den Kindern gemeinsam, und es ist höchst erstaunlich, welche Fähigkeiten durch den Kontakt mit den Kindern wieder reaktiviert werden. Der gemeinsam genutzte Garten bietet zudem immer wieder Kontaktmöglichkeiten zwischen Erkrankten und Kindern, was sich außerordentlich positiv auswirkt. Eine in einem benachbarten Haus etablierte Wohngemeinschaft Demenzkranker im Frühstadium mussten wir nach einem Jahr wieder abgeben : der Betreuungs- und Personalaufwand war finanziell für uns leider nicht tragbar und wir mussten eine andere Trägerschaft suchen.

Wie geht es damit weiter?

ProDem kann sich nach der erfolgreichen Aufbauphase nun auf Beratung und Betreuung konzentrieren, die Gruppenarbeit intensivieren und Ganztagsbetreuung anbieten. Die genannte Wohngemeinschaft wird ärztlich und therapeutisch mitbetreut. Das beispielhafte Vorgehen von ProDem hat im Landkreis Schule gemacht: es entstand ein flächendeckendes Netz von Beratungsstellen, die jetzt mit den Senioren-Servicebüros verknüpft sind. Die Nachhaltigkeit dieses Ansatzes wird dabei durch die finanzielle Planbarkeit (Zuschüsse nach § 45a-c SGB 11 für niedrigschwellige Angebote, gemeinsame Finanzierung durch Pflegekassen und Land) maßgeblich gestützt.



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